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Traunreuter Helmut Kauer in den Kreistag

Klimaschutzdemo am 6.2.26 in Traunstein

Meine Rede

Rede anlässlich der Demonstration von FFF in Traunstein am 6.2.2026

 

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

mein Name ist Helmut Kauer, ich bin Traunreuter, bin 2. stellvertretender Bundesvorsitzender der ÖDP und kandidiere erneut für den Traunsteiner Kreistag, den ich von 2002 bis 2014 zwölf Jahre als Fraktionsvorsitzender angehörte. Genug aber mit der persönlichen Wahlwerbung.

 

Es gibt den menschengemachten Klimawandel, da ist sich die Wissenschaft einig, auch wenn es einige Parteien bei uns und der „Möchtegernführer“ der westlichen Welt dies leugnen. Aber das muss ich ihnen und euch ja nicht sagen.

 

Der Klimawandel gefährdet uns alle. Ob durch rutschende Hänge, Überschwemmungen im Wechsel mit Trockenheit oder steigende Hitze im Sommer. Dies hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, besonders auf geschwächte Personen wie Kranke oder Seniorinnen und Senioren aber auch auf unsere Wirtschaft. Diese Region lebt auch vom Tourismus. Im Winter fehlt der Schnee, im Sommer sind Wege auf unsere Gipfel durch Steinschlag gefährdet. In unseren Seen kommt es zur Algenblüte, die das Baden verleidet und zum Spazierengehen ist es zu heiß.


Wir brauchen also Klimaschutz, auf allen Ebenen und von allen gesellschaftlichen Gruppen und genauso wichtig, von jeden einzelnen Menschen. Mitglieder des Ethikrates des Bundestages haben es so ausgedrückt: „Jede / jeder Einzelne muss beim Klimaschutz handeln – auch kleine Beiträge sind notwendig“. Das darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die großen Voraussetzungen von den nationalen Regierungen und der EU geschaffen werden müssen.

 

Klimaschutz ist Menschenschutz und muss sozial ausgewogen umgesetzt werden. Klimaschutz kostet, kein Klimaschutz kostet noch mehr. Es ist immer besser,Klimaschutz zu betreiben, als die Klimaanpassungen zu finanzieren. Leider sind Klimaanpassungen heute schon notwendig. Als reiche Nation können wir uns einiges Leisten und mit wir sind ja auch für den menschengemachten Klimawandel mitverantwortlich. Zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung können, ja müssen auch die Kommunen beitragen. Es gibt große Maßnahmen und viele kleine Einsparungen, jede Tonne zählt.

 

Was können also Kommunen tun, um die geht es ja heute.

  • Energie sparen bzw. effizient nutzen.

  • Energieversorgung auf 100 % erneuerbare Energien umstellen.

  • Nachhaltig bauen und Plusenergiegebäude schaffen. Wie man dies fast erreicht sieht man am Anette-Kolb-Gymnasium (AKG).

  • Verstärkt Holz als Baustoff im Hochbau einsetzen, aber auch Lehmbauten wie es ihn jetzt am Campus St. Michael gibt umsetzen.

  • Solarenergie bei allen Gebäuden nutzen. Ob auf dem Dach oder an der Fassade, dazu Begrünung von Dächern und Fassaden, Parkplätze für Photovoltaik nutzen.

  • ÖPNV fördern, nicht nur finanziell, sondern auch durch Gleichberechtigung gegenüber dem Individualverkehr. Solange, wie in Traunreut, das Parken auf öffentlichen Flächen kostenlos ist, hat der ÖPNV keine Chance.

  • Die Verkehrszeiten des ÖPNV ausweiten bzw. durch Rufbussysteme erweitern. Der Landkreis hat sogar bei eigenwirtschaftlich betriebenen Linien gewisse Möglichkeiten der Einflussnahme.

  • Verkehrsfluss verbessern – warum schalten Ampeln auf Rot, wenn weder auf der Querstraße noch bei den Fußgängern Bedarf ist? Wir haben schon lange die Technik, welche den Bedarf erkennt. Dazu noch eine Bemerkung von mir als Radfahrer: Ampeln müssen auch auf uns Radfahrer reagieren.

  • Ankauf weiterer Moorflächen und deren Schutz bzw. Wiedervernässung.

  • Vollständiger Umstieg auf Elektromobilität. Das erste E-Auto des Landratsamtes geht auf einen Antrag der ÖDP zurück.

  • Verbesserung der Fahrradinfrastruktur – so fehlt am Landratsamt eine Ladestation und ein überdachter normgemäßer Fahrradständer für Besucher.

  • Alleen entlang von Radwegen – würde diese beschatten und kühlen und auch noch CO₂ Speichern.

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Es gibt aber auch „versteckten Klimaschutz“. Als Beispiele nenne ich:

  • Verstärkten Einsatz von Recyclingpapier in den Behörden.

  • Mehr fleischlose Gerichte bei Veranstaltungen und Sitzungen.

  • Regionale Bio-Produkte in unseren Kliniken. Ihr, die Bürgerinnen und Bürger habt mit dem Volksbegehren der ÖDP „Rettet die Bienen“ eine Quote von 30 % Biolandbau in Bayern festgeschrieben. Das heißt aber auch, die Produkte müssen abgenommen werden. Zur Regionalität: z. B. kommt die Butter mittlerweile aus Uelzen (Luftlinie 585 km Straße 770 km). Lange Transportwege sind Klimaschädlich.

  • Vor einigen Jahren gab es eine Untersuchung, in welcher die Abfallmenge pro Kopf der Bevölkerung in den Landkreisen des ZAS ermittelt wurde. Das Müllaufkommen im Landkreis Traunstein war das geringste der untersuchten Landkreise. Wir führten dies damals auf das Bringsystem / Wertstoffhofsystem zurück. Dies soll jetzt durch ein Holsystem ersetzt werden. Damit wird das Müllaufkommen steigen, was zu einer höheren Umweltbelastung führen wird, dass wir eine Alternative für Personen ohne Auto brauchen stellen wir nicht in Abrede. Die ÖDP steht zum derzeitigen System.

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Trotz unserer Forderung „100 % Erneuerbare Energie“ stehen wir zur freifließenden Salzach. Kein neues Wasserkraftwerk in der Salzach. Der Schaden ist größer als der Nutzen und kann nicht rückgängig gemacht werden.

 

Zum Ende muss ich noch einmal auf den Anfang zurückkommen. Es gibt am rechten Rand Klimawandelleugner, wobei die Leugnung des menschengemachten Klimawandels noch fast das kleinere Übel ist. Ich bekenne mich klar zu „Nie wieder ist jetzt“ und „NoAfD“. Verfassungs- und Menschenrechtsfeinden darf keine Plattform für ihre Ideologie und menschenverachtende Politik gegeben werden, auch nicht in den kommunalen Parlamenten!

 

Alle Stimmen für die demokratischen Parteien, am besten 70 Stimmen für die ÖDP.

 

Danke für eure Aufmerksamkeit.

 

Helmut Kauer

Unser Team für den Kreistag